Dieser 5-Phasen-Fahrplan sorgt für Orientierung im Nachlass-Dschungel und macht es möglich, einfach zu erben.
Wenn ein geliebter Mensch stirbt, kommt zur Trauer und der Verarbeitung des Verlustes noch einiges hinzu. Neben organisatorischem oftmals auch ein Erbe. Und dann steht man plötzlich – emotional meist angeschlagen – vor einer Reihe juristischer und organisatorischer Hürden. Wer in dieser Situation hilflos bleibt und nicht weiß, was zu tun ist, kann schnell in finanzielle oder familiäre Schieflage geraten.
Wir haben exakt für Fälle wie diese einen 5-Phasen-Fahrplan entwickelt – als Kompass durch das Chaos. Damit niemand im Nebel aus Paragraphen, Fristen und Formularen den Überblick verliert. Aber der Reihe nach.
Realität statt Wunschdenken
Erben? Ist doch easy – denken die meisten. Testament liegt vor, alles ist geordnet, die Vollmachten aktuell, die Schlüssel auffindbar. Eine Wunschvorstellung – denn oft sind die Dinge eben nicht geordnet, ein Nachlass nicht geregelt.
Ein Beispiel gefällig?
Nach dem Tod von Max M., der übrigens friedlich im Alter von 89 Jahren eingeschlafen ist, treffen sich seine vier Kinder, um „das Erbe zu regeln“. Kann ja nicht so schwer, denken sie. Haus, Konten, ein paar Sparbücher – das klingt ziemlich überschaubar. Die Freude der Vier über gefüllte Konten ist groß – und alle greifen beherzt zu: Sparbücher werden geplündert, Konten aufgelöst, Bargeld verteilt.
Was keiner der vier Kinder weiß: Der Vater hatte noch offene Kredite. Nicht sehr hoch, aber immerhin fünfstellig. Und das Häuschen? Ein Sanierungsfall – Grundwasser im Keller, Heizungsanlage marode. Kurz: ein Fass ohne Boden.
Als sich die ersten Gläubiger melden und die Sanierungskosten explodieren, ist der Streit programmiert. Denn zwei der Kinder haben ihr Erbe schon ausgegeben – und können jetzt weder für Schulden noch für Reparaturen aufkommen. Die anderen beiden sollen nun mithaften. Juristisch passt das so: Denn bis der Nachlass vollständig auseinandergesetzt ist, haften alle als Teil der Erbengemeinschaft, die sie nun einmal sind, gemeinsam. Und auch darüber hinaus gilt: Jeder haftet mit dem eigenen Anteil.
Ein Erbe, das zum Sprengsatz wird – für Finanzen und Familie.
Der folgende 5-Phasen-Fahrplan hilft, genau solche Situationen zu verhindern.
Er bringt Ordnung in ein Thema, das emotional aufgeladen und rechtlich komplex ist. Und vor allem: Er gibt Sicherheit.
Phase 1: Alles auf den Tisch
Zunächst gilt: Was gehört eigentlich alles zum Nachlass? Konten, Immobilien, Schließfächer, laufende Verträge – aber eben auch Schulden. Heißt: In dieser Phase geht es um eine akribische Bestandsaufnahme. Denn: Wer hier nicht genau hinschaut, läuft blind ins Risiko.
Phase 2: Ordnung schaffen
Hat man alles – wirklich alles – aufgenommen, erfasst, gesichtet und geprüft, heißt es jetzt: sortieren, auflisten, bewerten. Was ist da – und was ist es wert? Und: Wer erbt eigentlich alles? Wer ist erbberechtigt? Gibt es ein Testament oder klare Regelungen? Ist ein Testamentsvollstrecker benannt? Erst wenn all diese Fragen beantwortet sind, folgt Phase 3.
Phase 3: Nachlass verwalten
Ist man Teil einer Erbengemeinschaft, der alle Erbberechtigten angehören, legt man in dieser Phase fest, wer welche Aufgaben übernimmt. Wer kümmert sich um die Kommunikation mit dem Nachlassgericht, den Banken, Versicherungen? Klare Verantwortlichkeiten in dieser Phase machen alles einfacher und sorgen für Ordnung.
Phase 4: Rechtlich absichern
Ist alles klar, das Erbe erfasst und klar, wem welcher Anteil am Erbe zusteht, brauchen Sie Verträge. Die Erbengemeinschaft sollte eine klare, rechtssichere Vereinbarung zur Auseinandersetzung treffen. Also am besten schriftlich festhalten und mit juristischer Hilfe absichern.
Phase 5: Auszahlung & Abschluss
Erst wenn alles geklärt, aufgeteilt und dokumentiert ist, kann ausgezahlt werden. Mit der Auszahlung ist übrigens auch die Erbengemeinschaft Geschichte – denn sie endet, wenn alles – auf Basis einer gemeinschaftlichen Einigung – verteilt und ausgezahlt ist.
Mein Fazit für Sie:
Wer erbt, übernimmt Verantwortung – ab dem Moment des Todes, nicht erst mit der offiziellen Mitteilung. Und Achtung: Sie erben nicht nur Rechte, sondern eben auch Pflichte, wie unser Beispiel zeigt. Gläubiger, Steuerbescheide, Sanierungskosten – das alles kann auf Sie zukommen. Wer in dieser Situation ohne Plan handelt, riskiert mehr als nur Geld (und das Erbe).
Der 5-Phasen-Fahrplan ist kein Bürokratie-Monster, sondern ein Sicherheitsnetz. Damit das, was bleibt, nicht zur Belastung wird. Sondern zur echten Hinterlassenschaft.
Bleiben Sie mir gewogen,
Ihre Ira Kröswang


